Welche strategischen Themen sind bei der Digitalisierung vorrangig?

Interview mit Dagmar Nies, Group Marketing Director und Mitglied der Geschäftsleitung, Damovo

  • Name

    Dagmar Nies

  • Position

    Group Marketing Director und Mitglied der Geschäftsleitung

„Netzwerkautomatisierung ist ein wichtiger Schritt bei der Digitalisierung des Mittelstands. Ob Industrie 4.0, Digital Workplace, Plattformökonomie oder Cyber Security: Ohne leistungs- und anpassungsfähige Netzwerke lassen sich diese strategischen Themen nicht effektiv realisieren.“

1. Warum engagieren Sie sich in der Innovation Alliance?

Wir sind von dem Gedanken überzeugt, dass wir durch die Bündelung unterschiedlicher Partnerkompetenzen dem Mittelstand in Deutschland ein einmaliges Lösungsangebot rund um die digitale Transformation bereitstellen können.

2. Welche Erfahrungen haben Sie im Bereich Digitalisierung?

Damovo ist seit vierzig Jahren am Markt und begleitet branchenübergreifend Unternehmen auf dem Weg in die digitale Transformation. Neben der Bereitstellung und Integration passender Technologien für die ITK-Landschaft unserer Kunden legen wir dabei besonders großen Wert auf die Berücksichtigung weicher Faktoren wie die Akzeptanz der Nutzer oder Mitarbeiterzufriedenheit. Wir sind der Auffassung, dass digitale Transformation nur in einem Umfeld positiver Mitarbeitereinstellung gegenüber der „digitalen Veränderung“ wirkungsvoll umgesetzt werden kann.

3. Was ist Ihre Zukunftsvision vom Mittelstand 2050?

Der Mittelstand verändert sich gerade so rasant, dass ich eine Vision für den Mittelstand 2030 abgeben möchte: Im Jahr 2030 positionieren sich deutsche Unternehmen im globalen Wettbewerb als integrierte Lösungsanbieter und kombinieren hochmoderne Technologien mit kundenorientierten Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Kunden. Digitale Infrastrukturen bilden die Grundlage für eine vollständig digitalisierte Arbeitswelt. Der Mitarbeiter wird wertgeschätzt und die Unternehmenskultur fördert und unterstützt Arbeitsmodelle, die eine ausgewogene Balance zwischen Familie und Job ermöglichen.

4. Welche Bedeutung hat Digitalisierung Ihrer Einschätzung nach für den deutschen Mittelstand?

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig und wird für den Mittelstand genauso überlebenswichtig wie für global tätige Konzerne. Sie müssen prüfen, welche neuen digitalen Prozesse das Geschäft voranbringen und wie sichergestellt werden kann, dass Kunden eine außergewöhnliche Customer Experience über alle Touchpoints erhalten. Wenn es der Mittelstand schafft, seine Rolle als Innovationsführer auf digitale Angebote zu übertragen, wird er auch zukünftig das Rückgrat unseres Wirtschaftssystems bleiben.

5. Welche Vorteile können mittelständische Unternehmen aus der Digitalisierung ziehen?

Wenn ich einen Blick auf unsere Referenzen werfe, gibt es einige Vorreiter, die es geschafft haben, unmittelbaren Nutzen aus der Digitalisierung zu ziehen. Ich finde beispielweise beachtlich, wie unser Kunde Konica Minolta es geschafft hat, seinen Vertriebsprozess zu digitalisieren und so seine Position im Wettbewerb zu stärken.

6. Welche Schwierigkeiten haben mittelständische Unternehmen Ihrer Erfahrung nach mit der Digitalisierung?

Viele Unternehmen sind gerade dabei, eine langfristige digitale Agenda für ihr Unternehmen zu entwickeln. Dies ist aus strategischer Sicht auch sinnvoll. Was es aber zusätzlich braucht, sind kleine „digitale Initiativen“, die das Unternehmen schrittweise und mit überschaubaren Risiken transformieren. Hier ist es sinnvoll, unternehmensweit Projekte zu identifizieren. Mitarbeiter der unterschiedlichen Geschäftsbereiche können dabei helfen, da sie am ehesten den Bedarf nach neuen digitalen Prozessen formulieren: Wie kann ich beispielsweise meinen Bewerbungsprozess digitalisieren und potenziellen Fachkräften eine außergewöhnliche User Experience bieten?

7. Gibt es eine goldene Regel, die für die Digitalisierung von mittelständischen Unternehmen gilt? Zum Beispiel wo oder wie man beginnen sollte?

Unternehmen sollten ihre Kunden und Mitarbeiter in den Mittelpunkt ihrer Digitalisierungspläne stellen. Auf der Kundenseite gilt es zu beleuchten, wie es gelingen kann, über die gesamte Customer Journey ein exzellentes Kundenerlebnis zu ermöglichen und welche digitalen Prozesse dabei helfen können. Auf der Mitarbeiterseite sind die Unternehmen gefordert, ein Arbeitsumfeld und eine Unternehmenskultur zu schaffen, die zu den Anforderungen des digitalen Zeitalters passen – Stichwort New Work, Home-Office etc.

Man kann das auch in folgende Erfolgsformel übersetzen:

Digital Excellence = Excellent Customer Experience + Excellent Employee Experience.

8. Was wird DAS Thema der Mittelstandsdigitalisierung bis 2021?

Ganz oben auf der Digitalisierungs-Agenda der Unternehmen muss in den nächsten zwei Jahren das Thema Netzwerkautomatisierung stehen. Die zunehmende Integration digitaler Technologien in geschäftskritische Prozesse stellt gänzlich neue Anforderungen an das Netzwerk und nimmt starken Einfluss auf die Digitalisierungsfähigkeit der Unternehmen. Ob Industrie 4.0, Digital Workplace, Plattformökonomie oder Cyber Security: Ohne leistungs- und anpassungsfähige Netzwerke lassen sich diese strategischen Themen nicht effektiv realisieren.